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Mittwoch, 23. Februar 2011

Ich bin zufrieden.

Ich würde noch nicht so weit gehen, glücklich zu sagen. Glücklich zu sein schwer.
Aber ich bin wirklich zufrieden. Klar, immer noch niemanden gefunden der mich liebt, wenn ich nich schlafe oder esse denke ich an Kalorien und ans Kaloriensparen - aber:
Ich bin in meinem absoluten Traumland, ich habe die einmalige Chance von vorn anzufangen, hier wo mich noch keiner kennt. So zu sein, wie ich wirklich bin. Habe Sicherheitsabstand zu meiner Familie, habe eine sinnvolle Aufgabe die mir Spaß macht.

Ich bin zufrieden. Wie lange es wohl her ist, dass ich das das letzte Mal wahrheitsgemäß sagen konnte?

Und eines Tages, da bin ich mir ganz sicher, werde ich glücklich sein.
Denn hier fängt die Geschichte an.

Happiness hit her like a bullett in the head.

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Hello again!

Ich bin im Englandfieber!
Aber dazu später. Erstmal ein kurzes Update.

Ich bin vorgestern (Montag) abend von meiner Schwester wiedegekommen, ich war 5 Tage bei ihr und ihrem Mann mit den 2 kleinen Töchtern.
Es waren zwar anstrengende, aber auch tolle Tage, das mache ich glaube ich bei Zeiten mal wieder. Die beiden Kleinen sind fast 1 und 4 1/2 Jahre alt und unterhalten einen wirklich den ganzen Tag ;)
Leider hatte ich mal wieder meine Schlafstörungen, ich hatte die Nacht vor meinem Besuch extra durchgemacht damit ich mal wieder einen einigermaßen normalen Schlafrythmus entwickeln kann, das heißt nachts schlafen und tagsüber wach sein. Die erste Nacht war auch super, ich habe von 23.00 bis 06.00 Uhr gepennt, aber die Nächte danach waren Horror. Ich bin meistens zwischen 2.00 und 3.00 wachgeworden, lag dann wach, habe nochmal kurz gepennt und war allerspätestens um 06.00 wach, manchmal auch schon um 05.15 Uhr oder so. Naja das das kleinere Kind eh schon um 6/7 wach wird, bin ich dann immer aufgestanden und hab ein bisschen auf sie aufgepasst.

Tagsüber haben wir ganz viel gemalt (Meine Nichte ist wirklich malsüchtig!), versucht einen Schneemann zu bauen, Spaziergänge gemacht, gelesen, Peter Pan geguckt und Kekse zu backen.
Ganz normales Familienleben halt. Gosh, so ein bisschen eifersüchtig bin ich ja schon!

Die Rückfahrt war auch eine kleine Odyssee, alle Fahrkartenautomaten der Bahn waren kaputt. Zum Glück kam kein Schaffner, sonst hätte ich bei dem ein Ticket kaufen müssen und so bin ich umsonst gefahren ;)
Die Busse hier in meiner Stadt sollten sich mal eine Scheibe abschneiden, das Busticket war fast halb so teuer wie die Bahnfahrt gewesen wäre. Außerdem musste ich ne geschlagene Stunde an der Bushaltestelle warten. Wetterungsbedingt hätten alle Busse leider Verspätung. Grr!
Das ist ja bei dem Wetter irgendwie verständlich, aber an der Anzeigentafel stand die ganze Zeit, dass in 5 minuten einer kommen würde, eine ganze Weile stand da sogar "kommt sofort", auf einmal verwschwindet dieser Schriftzug und wird ersetzt durch "15 minuten". Toll!
Achja, und ich habe immer noch keine Wunterschuhe, das heißt ich stand eine Stunde lang in Chucks vor dem Bahnhof und bin auf und ab getigert um meine Füße nicht durch Frostbeulen zu schänden.

Wie auch immer, jetzt muss ich mich wohl darauf konzentrieren, etwas zu finden, dass ich nun ohne Schule machen will, außerdem natürlich diese ver****** 10kg abnehmen, meinen Schlafrythmus beibehalten und überhaupt auf mein Leben klarkommen.


Mal überlegen. Was habe ich? Erweiterten Realschulabschluss mit durchschnittlichen Noten; Praktische Erfahrung im Cineastikbereich und im Pizzeriabereich^^, ziemlich gute Englischkenntnisse, spärliche Französischkenntnisse, guten Umgang mit PCs.
Was hätte ich gern? Ne funktionierende Familie, etwas zu tun das mich ablenkt und mir Spaß macht, das ein bisschen Geld einbringt, einen Auslandsaufenthalt in einem englischsprachigen Land.

Schlussfolgerung: Ein Aupair! Und zwar jetzt!
Ich habe mich bei mindestens 20 Familien in 2 verschiedenen (kostenlosen) Foren beworben. Zwei Familien will mich sogar schon haben- in England, Großbritannien. YES! :)
Die Familie klingt toll, 2 Jungs (1 und 3 Jahre), deutschsprachige Mutter, Kinder zweisprachig.
Ich werde noch abwarten bis sich andere Familien zurückgemeldet haben, ich würde natürlich lieber nach London, Dublin oder evtl sogar Australien - und dann überlegen ob ich die deutsche Familie nehme.
Im Januar oder Februar gehts los. Also vielleicht schon in 10 Tagen. Waaaah!

Bei manchen Familien hab ich echt überlegt, ob die ihr Geld auch verbrennen. Oder ob das einfach nur Fake-Einträge sind. Die beschreiben sich dann ungefähr so:

"Ja hallo, wir sind Familie Smith, wir wohnen in Südlondon und haben 3 Kinder zwischen 8 und 12 Jahren. Mit der Tube fährt man nur 10 minuten ins Londoner Stadtzentrum, aber du kannst auch unser Auto benutzen wenn du willst. Einen Führerschein solltest du auf jeden Fall haben, denn alle kinder gehen in die Schule und haben Nachmittagsaktivitäten, wie zB Tennis, Schwimmen, Klavierunterricht etc. Die sportlichen Aktivitäten machen sie in dem Fitnessstudio und Spa bei uns um die Ecke, die ganze Familie hat eine Mitgliedschaft dort und für uns ist es selbstverständlich dass du auch eine Mitgliedschft bekommen würdest. Außerdem ist eine Sprachschule in laufbarer Entfernung, wo du abends Sprachunterricht nehmen könntest, die Kosten dafür übernehmen wir natürlich. 
Du solltest Erfahrung mit Tieren haben, da wir einen mittelgroßen Hund halten, den man ausführen muss. Wir haben einen park in der Nähe also sollten lange Spaziergänge dir Spaß machen.
Deine Aufgaben wären hauptsächlich, die Kinder morgens für die Schule fertig zu machen, sie hinzubringen und abzuholen, sie zu ihren Nachmittagsaktivitäten bringen und abholen, abends 3/4 mal die Woche kochen und den Hund auszuführen. Putzen musst du nicht sehr viel, da wir eine Putzfraz beschäftigen.
Die meisten Abende und Wochenenden wollen wir mit den Kindern verbringen, so dass du dort nicht unbedingt benötigt wirst.
Deine Zimmer hat ein Doppelbett, eigenes Badezimmer, TV und Internet und ein Telefon. Außerdem würdest du von uns ein Handy bekommen und ein Taschengeld von 80 Pfund die Woche.
Du solltest eine aktive, liebenswerte und intelligente Person sein und dich einigermaßen auf Englisch verständigen können. Wir freuen uns darauf, von dir zu hören!"
 Tja, dazu kann ich nur sagen... DA WILL ICH HIN!!!

Aber auch wenn ich nicht in eine solche neureiche Geld-scheißen-können-Familie komme, ein Aupair will ich auf jeden Fall machen. Vielleicht auch zwei wenn mir das erste gut gefällt.
Ich werde jetzt noch mal in meine mails gucken, vielleicht hat Familie Smith ja schon geantwortet.

Montag, 6. Dezember 2010

06.12.10: Meine Zweitfamilie

06. 30 Uhr
Nach 3 Stunden Schlaf wache ich auf. Nach langem Hin und Her kann ich mich überzeugen, aufzustehen und zu duschen. Gewogen wird nicht, verdammter Fressanfall gestern.

07.30 Uhr
Der erste Kaffee. Koffein in den Venen tut gut. Vielleicht gehe ich ja zur 3. hin.
Vertreibe mir den Vormittag mit 3 neuen ???-Folgen und übe, mir Zöpfe zu flechten. Möchte ich schließlich später oft tragen, sobald meine Haare erstmal lang sind.

11.00 Uhr
Meine Gedanken schweifen dauernd zu den leckeren, gefüllten Donuts vom Bäcker um die Ecke, ich stelle mir den süßen Zuckerguß mit den knusprigen Streuseln, den leicht nach Marzipan schmeckenden Teig und die cremige Schokoladenfüllung vor, ich kann ihn förmlich schmecken.
Im Nachhinein weiß ich nicht mehr, wie ich das geschafft habe, aber: Ich stecke mein Bargeld in mein Sparglas und putze mir die Zähne.
Wahrscheinlich war ich nur zu faul um zum Bäcker zu laufen.

14.00 Uhr
Ich wache auf. Scheiße! Mama kommt bald nach Hause und ich hab die Wohnung noch nicht vorbereitet, geschweige denn mein Fahrrad in der Garage. Es muss doch alles so aussehen, als sei ich in der Schule gewesen!
Schnell ziehe ich mir eine Jeans an, stelle das Fahrrad in der Garage um, sodass es benutzt aussieht. Ich hole die Post rein, schlunze Mütze und Schal auf den Küchentisch wie ich es an genervten Tage normalerweise tue.
Ich schminke mich noch schnell - dass ich ungeschminkt in der Schule war glaubt sie eh nicht- und fange dann wie vor ein paar Tagen versprochen die Küche auf.


16.00 Uhr
Mama ruft an, ich solle schon mal einen Tee machen. Als sie dann ankommt, trinken wir einen Tee zusammen und ich höre mir langweilige Schilderungen von ihrer Shoppingtour an.

17.00 Uhr
Meine beste (und mittlerweile fast einzige) Freundin ruft an. Nach 10 Minuten Gespräch fragt ihre Mutter, ob wir beide nicht mit zu IKEA wollen. Erst lehne ich dankend ab, aber irgendwie könnte ich schon noch ein bisschen Bewegung oder was zu tun gebrauchen heute- also sage ich spontan zu, keine Viertelstunde später holt die gesamte Familie mich mit dem Auto ab.

Diese meine Zweitfamilie besteht aus Eltern und 2 Schwestern, die ältere ist meine beste Freundin, die ich jetzt seit 13 Jahre kenne.
Dort bin ich immer willkommen, ich weiß dass sie mir jederzeit einen Unterschlupf gewähren würden, wenn es mir mit meiner Familie zu viel wird.
Die Mutter fragt auch immer neugierig, wie es denn bei mir in der Schule aussieht, ob ich einen Freund hätte, wie es meiner Mutter geht usw. Der Vater kann sich auch mal verquatschen, aber er fragt nicht so viel nach. Meine Freundin erzählt nichts von mir, also muss ich eigentlich jedes Mal wenn ich da bin, der Mutter ein bisschen erzählen, was es denn so Neues gibt.
Irgendwie finde ich das ein bestätigendes Gefühl, dass jemand sich für mich interessiert, obwohl ich nicht mit ihm/ihr verwandt bin.

Das einzige Problem an meiner besten Freundin lässt sich jedenfalls an einer einzigen ihrer Aussagen festmachen: "Also, das letzte Wort was mir zu dir einfallen würde, ist depressiv! Du bist doch eigentlich immer gut drauf, ich kennen niemanden der so viele Lachanfälle hat wie du!"
Aus ihrer Sicht stimmt diese Beschreibung wahrscheinlich auch, das liegt aber daran dass sie nicht auf meine Schule geht, und ich nie ans Telefon gehe, wenn es mir schlecht geht. Und wenn ich eine meiner Depriphasen habe, rufe ich auch niemanden an.
Das heißt sie kennt meine wirklichen Probleme nicht. Ich will sie ihr auch nicht sagen, ich habe Angst, dass sie mich dann nicht mehr mag oder mich zu anstrengend findet.


18.00 Uhr
Im IKEA verlieren wir die Mutter schon, bevor der Rest von uns überhaupt im Laden ist. Nach kurzer Suche sind wir vereint und die Suche nach einem neuen Sofa für die Familie kann beginnen.
Ich habe im IKEA 2 Bettwäschen, ein Innenkissen, einen Kissenbezug und ein Wandtattoo für mich gekauft.
Alles ist sehr hell und mit blumigen Motiven bedruckt, ich möchte mein Zimmer nämlich heller gestalten. Da mein Bett sehr groß und mein Zimmer sehr klein ist, bemerkt man als allererstes in meinem Zimmer die Bettwäsche. Wenn die also dunkel ist, wirkt gleich das ganze Zimmer sehr viel dunkler. Dunkel kann ich im Moment gar nicht gebrauchen - also gibt es helle, positive Bettwäsche.

Im Auto auf der Rückfahrt wird mir klar: So viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr. Ich komme mit der ganzen Familie total gut klar, albere mit der Schwester und meiner Freundin herum, werde von den Eltern sogar nach meiner Meinung zu dem roten Sofa dadrüben befragt, und ich habe das Gefühl, dass meine Meinung ihnen sogar nicht total egal ist.
So sollte Familie doch sein, oder? Ein ganzer Abend ohne Stress, Hektik oder Streit. Das war so entspannend. Ich glaube, morgen gehe ich in die Schule.

Heute gegessen: 71kcal
Heute verbrannt: 0kcal        (Normalen Tagesbedarf nicht einberechnet)


PS: Achja, heute ist ja Nikolaus. Hätte ich fast vergessen. Ich hatte aber auch nichts im Stiefel.

Sonntag, 5. Dezember 2010

04.12.10 : What a Downer!

Ich gucke mich nie wieder im Spiegel an. Nie, nie wieder.
Morgen sage ich den Brunch mit Freunden ab, mache einen laaangen Winterspaziergang und lebe von Früchtetee, mache mir dann ein Bad und gehe früh ins Bett.
Ich wünschte es wäre nicht so kalt, dann könnte ich joggen gehen.

So fühle ich mich grad:






Und hier wäre ich jetzt gern:

London - Big Ben, duh!
London - Notting Hill
This is just one of those days, I want to sleep forever. Not dead, just sleep, sleep forever.

Donnerstag, 2. Dezember 2010

02.12.10 Nerven wie Zahnseide

"Manche Leute haben Nerven dick wie Drahtseile
Andre wiederum nur Nerven dünn wie Zahnseide "

(Jan Delay - Kirchturmkandidaten)


Während ich im Moment wohl eher Zahnseide im Kopf habe, hat mein Vater definitiv Drahtseilnerven. Ach was sag ich, der hat welche aus Eisen oder Titan.
Das wurde mir klar, als ich heute eine Sms von ihm bekam, nachdem "ich ausgezogen bin" (Meine Version: Nachdem er mich rausgeschmissen hat!) und ich gegen meinen Willen wieder bei meiner Mutter einziehen musste, nach 8 Wochen ohne ein Sterbenswörtchen sendet er mir eine Sms und fragt darin, ob ich ihm nicht was auf der Arbeit helfen will.


Um's kurz zu machen: 
Nein, will ich nicht.


Um's etwas länger zu machen:
Nein, will ich nicht du Arschloch, genauer gesagt will ich dich nie wieder in meinem ganzen Leben sehen.
Und sobald du im Krankenhaus im Sterben liegst, werde ich sagen, ich würde dich besuchen kommen, mit dir einen Termin ausmachen und dann nicht erscheinen. Und während du da liegst und auf mich wartest, wird dir langsam klar werden, dass ich dich niemals wieder besuchen komme. Dir wird klar werden, dass du versagt hast.
Und wenn ich dann deine Sachen aus dem Krankenhaus abholen soll, werde ich die Schwestern fragen wo denn hier die nächsten Second-Hand-Läden und Antiquariate sind.

Tja, ich weiß nicht was er sich damit erhofft hat, falls er wieder eine Beziehung aufbauen möchte, ist ihm das auf jeden Fall gründlich schiefgegangen.
Und nur, weil ich mich jetzt noch mal abreagieren muss:

WICHSER!


Dienstag, 30. November 2010

Bilderflut

... wird es in den nächsten Tagen jedenfalls geben. Aber ich finde, wenn man Bilder einfach so hintereinanderweg klatscht, dann verlieren sie an Wirkung und Aussage. Deswegen alle schön nacheinander, ich konnte mich gar nicht wirklich entscheiden, welches es zuerst geben soll. Ich sammle schon länger schöne Fotos und inspirierende Sprüche, Zitate in Bildform und gifs. Und einige passen hier ganz gut rein, denke ich.


Ohrwurmlied of the Day:

 
Death Cab for Cutie - Soul meets Body


And on another note....
Ich habe mal wieder eine Nacht durchgemacht, habe dann morgens beim Schminken nen halben Nerenzusammenbruch bekommen:
Mein Schminkzeug (ist nicht viel, aber trotzdem!) ist noch bei meiner Schwester, weil ich es dort vor über einem Monat vergessen habe. Das Makeup meiner Mutter ist überhaupt nicht mein Hautton und das einzige, was ich noch hier habe, ist so ein Mousse-makeup, das kann ich aber wegen einer Hautkrankheit nicht so gut benutzen.
Und solche Umstände rufen bei mir auf leeren Magen und 3 Tassen Kaffee halt Nervenzusammenbrüche hervor!
Long story short: Habe meiner Mutter gesagt, ich hätte nachts gebrochen, sie hat in der Schule angerufen und mich krank gemeldet, ich habe meine 5 Stunden Schlaf bekommen.
Nachmittags gab es dann eine kleine Fressattacke, die ich mit zum Glück "nur" 1500 kcal "überlebt" habe.

Aber abends gab es mal wieder ein typisches Essstörung-von-der-niemand-was-weiß-Szenario:
Meine Mutter hatte entdeckt, dass ich ihre 2 Packungen Minimuffins gegessen hatte.
Nur die eine war heute, die andere ist eben schon etwas länger her.
Sie stand also im Türrahmen und hat mich 20 Minuten lang angeschrien, dass das so nicht ginge, dass ich mich nicht wundern sollte, dass mir schlecht sei und dass das ja auch überhaupt nicht gerecht sei, ich sei maßlos und so weiter und sofort.
Der Hammer: "Ich glaube, ich sollte dir ein Versprechen abringen, dass du sowas in Zukunft unterlässt!"
Haha!
Ein Versprechen abringen? Im Ernst?! Mit sowas aufhören klappt doch nicht mal, wenn ich mir selber etwas verspreche!
Was kann ich denn noch machen, außer mich jedes Mal danach halbtotzuschämen und mir zu schwören, nie nie nie in meinem ganzen Leben wieder so viel auf einmal zu essen?!
Wenn ich einen richtigen Fressanfall habe, würde ich sogar dich, meine eigene Mutter für einen Schokoriegel verkaufen, und du willst, dass ich verspreche, in Zukunft nicht mehr deine Muffins wegzuessen?!
Ich habe dir mittlerweile mindestens 60€ geklaut, von denen ich mir ausschließlich Essen gekauft habe, weil ich unglaubliche Gelüste hatte - und du willst ein Versprechen?!

Hinzu kommt noch die Tatsache, dass mir von 500g Muffins längst nicht mehr schlecht wird.
Die Übelkeitsgrenze ist bei mir ein kleines bisschen verschoben worden!
Ich kann ein ganzes Blech Backmischungs-brownies, zwei Tüten Chips, 3 Tafeln Schokolade, ein Packen Kinderpingui, einen ganzen Schokoladenpudding und eine Prinzenrolle auf einmal essen, ohne dass ich mich übergeben muss.
Ich kann einen Liter Schokoeis, eine Pizza, 3 Tüten Haribo, 2 Portionen Pommes, 3 Kinder Maxiking und 10 Milchschnitten als Imbiss zwischendurch essen, ohne dass mir schlecht wird!
Das alles habe ich monatelang, mal eben so hinter deinem Rücken regelmäßig und heimlich in mich reingestopft - und du hast nie etwas mitbekommen, wie ich nachts von Abführmitteln aufs Klo gejagt wurde, hast mich nicht gehört, wie ich nachts in die Küche geschlichen bin, nicht bemerkt wie ich jedes Mal, wenn du Verwandte besucht hast, wochenlang nur auf der Couch gelegen habe und nichts anderes getan habe als zu FRESSEN - und du nennst 2 Packungen Minimuffins maßlos?! 
Wenn du auch nur die leiseste Ahnung hättest, dann würdest du mich zu einem Arzt schleifen, nie wieder Süßigkeiten kaufen und mich jeden Morgen fragen ob ich abgenommen hätte.
Ich bezweifle, dass das helfen würde- aber wenn du eine Ahnung hättest, was in mir vorgeht, dann würdest du so reagieren.


... Und ich schätze deswegen habe ich heute doch noch etwas zu Abend gegessen, obwohl ich mich vorher für 1500kcal geschämt habe, bin um 3.00 Uhr morgens noch wach obwohl ich morgen zur Schule müsste - und ich weiß jetzt schon, dass ich höchstwahrscheinlich nicht gehen werde.

Passend dazu noch ein letztes "Bild" und dann werde ich doch versuchen, mal zu schlafen. Betonung auf versuchen.


Mittwoch, 24. November 2010

Momentaufnahme

Ich sitze im Unterricht, langweile mich.
Meine Gedanken lassen mich wegfliegen.

Auf einmal bin ich wieder 10 Jahre alt, ich stehe im Schlafanzug im Flur unter der Treppe, fühle mich eingeengt, bedroht, ich habe Angst.
Vor mir ein Polizist, ich weiß nicht mehr wie er aussieht.
Aber an seinen Namen kann mich nich noch ganz genau erinnern. Weil meine Mutter mit ihm Smalltalk macht, ob er mit So-und-so, ehemaliger Bürgermeister von Da-und-da verwandt wäre.
Die Polizei wurde gerufen, weil meine Eltern Streit hatten. Und sie steht da und unterhält sich über Bürgermeister.

Dann ist es Nacht, ich wache von lauten Geräuschen auf: Meine Eltern streiten. Prügeln sich von einem Zimmer ins andere. Ich höre meinen Vater schreien, meine Mutter weinen, meine Mutter schreien und meinen Vater betteln.
Ich kann mich nicht erinnern, was sie sagen.
Ich höre die Schläge, höre meinen Vater vor Schmerz aufschreien, höre einen Schlag und wie jemand gegen eine Wand gehauen wird. Sie kratzen, beißen, schlagen, zerren sich an den Kleidern, ohne Rücksicht.
Meine Mutter stolpert in mein Zimmer, mein Vater zerrt sie wieder raus, sie wehrt sich, denkt, vor mir würde er sie nicht schlagen.

Noch ein Flashback.
Ich sehe meinen Vater vor mir, wie er mich mit hochrotem Kopf anschreit. Ich kann mich nicht erinnern, was ich gemacht habe, ich muss wohl etwas umgeworfen haben.
Ich erinnere mich nur an diese Angst, Angst vor meinem eigenen Vater, weil ich ihn so noch nie gesehen habe : Er ist hochrot im Gesicht, schreit mich an, spuckt dabei, aber er schlägt mich nicht.
Vielleicht hatte ich auch gar nicht Angst davor, geschlagen zu werden, sondern davor, vom eigenen Vater geschlagen zu werden.


"Hier, dein Blatt!" meine Sitznachbarin stupst mich an.
Mist, es gibt ja auch noch eine Gegenwart.


Anmerkung:

Ich möchte damit nicht meinen Vater als Schläger darstellen, ich weiß dass das ihm eigentlich überhaupt nicht enstpricht.
Meine Mutter hat ihn genauso gebissen wie er sie geschlagen hat.
Auf dem Foto zu meinem 10. Geburtstag hat sie zwar ein blaues Auge, aber ich wette, dass er auch einige Kratzer und blaue Flecken hätte vorweisen können.
Zu den Psycotricks möchte ich hier nicht näher kommen, die haben sie jedenfalls beide ganz gut drauf.

Donnerstag, 18. November 2010

Mittwoch, 17.11.2010

Heute hatte so schön angefangen. Ich bin morgens ausgeschlafen aufgewacht und hatte richtig gute Laune. Von mir aus hätte der Tag so weiter gehen können.
Schade nur, dass meine Familie und Freunde das anscheinend anders sehen.

Ich mag Pläne. Pläne sind super, sie geben die etwas Beständiges im Leben, wenn du dich nicht entscheiden kannst, guckst du, was auf dem Plan steht.
Nein, besser: Man muss sich gar nicht entscheiden müssen, ein Plan lässt keinen Raum für Entscheidungen offen. Ich habe keinen Plan für mein Leben oder so, aber mein heutiger Tag war sehr genau geplant.

Ich hatte heute zur 5. Stunde Schule und hätte nach der 6. wieder gehen können.
Das heißt, ich musste erst um 11.35 da sein und hatte vorher wundervolle 11 Stunden Schlaf, ich bin lange vor meinem Wecker aufgewacht und konnte mich noch im Bett wälzen.

10.00 Uhr
Meine Mutter fragt, ob ich lieber Tee oder Kaffee zum Frühstück hätte. Auf meinem Plan steht für jeden Morgen: Kaffee.
Für heute allerdings kein Frühstück, also gehe ich als erstes ausgiebig duschen, überlege ein bisschen länger, was ich anziehen soll und begebe mich dann für den Kaffee in die Küche.
Dort tue ich so, als würde ich meiner Mutter tatsächlich 20 Minuten lang zuhören, damit sie nicht mitbekommt, dass ich nichts esse.
Irgendwann höre ich dann leider doch zu, es geht um meinen Großvater, der erst kürzlich gestorben ist. Eigentlich geht mir das Thema gar nicht so zu Herzen, aber darüber reden will ich trotzdem nicht.

11.10 Uhr
Beim Föhnen muss ich auf einmal an meine Oma denken, die bereits seit 4 Jahren tot ist und weine.

Da ich ja davon ausging, nur eben für 2 Stunden Chemie in die Schule zu fahren nahm ich mit Absicht kein Buch oder etwas zu Trinken mit und beteiligte mich sogar am Unterricht.

13.00 Uhr
Kurz vor Schluss erfahre ich dann, dass der Nachmittagsunterricht doch nicht ausfällt und ich bis 16.00 Uhr Schule habe. Plan also gecancelt. Toll.

13.10 Uhr
Ich treffe beim Rausgehen eine Freundin, mit der ich mich eigentlich zum Tee verabredet hatte. Scheiße, ganz vergessen. Natürlich will ich sie nicht enttäuschen, außerdem haben wir uns länger nicht richtig gesehen, also sage ich ihr zu, dass wir natürlich, sehr, sehr gerne in der Mittagspause in ihrer neuen WG einen Tee trinken können.
Mein neuer Plan hatte eigentlich einen Spaziergang zum Supermarkt nahe der Schule und den Kauf von 5 Litern Cola light beinhaltet, aber was soll's.
Die Freundin bietet mir an, am Wochenende mit nach Hamburg zu fahren da sie noch einen Mitfahrer auf ihrem Ticket braucht. Geilo, da könnte ich meine Schwester besuchen, lange nicht gesehen.
Die rufe ich an, es geht keiner ran.

14.15 Uhr
Total abgehetzt komme ich an der Schule an, mein Handy gibt mir Bescheid, dass meine Schwester mich angerufen hat. Ich rufe zurück und gehe schon mal in die Schule.
Telefonieren, bzw. jegliche Art elektronischer Kleingeräte sind hier zwar verboten, aber der Unterricht hat ja eh schon angefangen. Wer solls also mitbekommen?
Meine Schwester sagt, sie hätte am Wochenende schon Besuch.

14.20 Uhr
Ich habe endlich meinen Kurs gefunden, der auf mysteriöse Weise auf einmal in einem anderen Raum, ja sogar in einem ganz anderen Stockwerk ist. Auch gut. Wir wollen nur den Film zur Lektüre gucken. Leider ist die Schule anscheinend gänzlich gegen elktronische Kleingeräte, weder Laptop, noch Boxen oder Beamer funktionieren richtig. Bravo. Wozu bin ich noch mal hier?

14.50 Uhr
Die Technik läuft. Die Lehrerin bietet uns als Entschuldigung Kaffee an. Alle um mich herum essen Chips und Schokolade.
Mein Magen knurrt.

15.45 Uhr
Nachdem ich ca. 15 Minuten nach einem bestimmten Lehrer gesucht habe, gehe ich auf den Schulhof, eine Freundin will mich abholen, um Fotos für ihr Kunstprojekt zu machen.
Als wir noch mal reingehen weil sie auf die Toilette muss, treffe ich den Lehrer.
Ich sage etwas wie "Ach Herr L., da sind sie ja!" und schmeiße die Arme in die Luft, weil ich seit Anfang der Woche hinter ihm herrenne und ich nun also eine Sorge eniger habe.
Er deutet die Geste falsch und wir enden in einer peinlichen, kurzen Umarmung. Hoffentlich hat das keiner gesehen.

17.30 Uhr
Ich komme endlich nach Hause, 4,5 Stunden und mit einem Kaffee(Mit Zucker!!!) und einem Früchtetee mehr im Bauch als geplant.
Meine Mutter hat zum Glück schon gegessen, nachdem sie mich eine halbe Stunde mit Wolle und Stricken genervt hat, kann ich sie überzeugen doch heute Abend zu ihrem Verein zu fahren.

18.00 Uhr
Endlich Ruhe!
Ich fange an, die Fotos für das Kunstprojekt der Freundin zu bearbeiten, nichts klappt wie es soll, ich rege mich wieder auf.
Ich merke wie mein Magen knurrt, das macht mich verrückt, ich habe die beiden letzten Tage doch 400kcal/Tag gegessen! Um mich zu motivieren, jetzt nichts mehr zu essen, gehe ich ins Bad und wiege mich. Scheiße, das gleiche wie heute morgen.
Ist das etwa zu viel?! 2 Tassen Kaffee und eine Tasse Früchtetee?!
Soll das zu viel sein?! Was soll ich denn noch machen?!

Ich gehe in die Küche um mir das Essen für heute zu machen, ich darf noch ein gekochtes Ei, 2 Tomaten und 100g Tofu essen.
Dort lächelt mich das übrig gebliebene Essen meiner Mutter an.

Gnocchi mit Tomatensauce... Mmmmmh wie ich das früher geliebt habe, das habe ich wegen der Kalorien ewig nicht gegessen....

...


20.00 Uhr
Einen Teller mit Gnocchi, vegetarischen Gemüsebällchen, Tomatensauce sowie einen Apfel, 2 Portionen Cornflakes und ein Nutellabrot später sitze ich an meinem Schreibtisch und versuche, 1,5 Liter Wasser auf einmal zu trinken.

Natürlich klappt es nicht.

22.30 Uhr
Ich liege im Bett, kann nicht schlafen, stibitze die 2 Riegel Nussschokolade von meiner Mutter und gucke noch eine Serie.

0.00 Uhr

Ich bin im Badezimmer, mir wird auf einmal klar, dass ich eigentlich verliebt sein könnte. Oder sollte. Oder was auch immer. Aber ich bin's nicht.
Ich bin taub.


Ohrbooten Taub - MyVideo

Bilanz des Tages:
1. Wäre mein Plan nicht durchkreuzt worden, hätte ich auf dem Nachhauseweg Cola light gekauft, hätte viiiiel davon getrunken, hätte vor dem Fotos machen ein bisschen gegessen, und hätte danach den Rest verputzt.
Friede, Freude, Eierkuchen.

2. Gegessen: 1432 kcal.
Durch Aktivität verbrannt: 171 kcal.

Wie gesagt, Pläne sind super. Es ist 01.23 Uhr und ich muss um 06.20 aufstehen.

Sonntag, 14. November 2010

Sonntag, 14.11.2010



Vor ein paar Tagen habe ich meiner Mutter geholfen, ihre Einkäufe einzuräumen.
Milch. Landliebe, 3,85% Fett. Na toll, was tu ich dann in meinen Kaffee?
Margarine,kann mir egal sein, ich benutze nie Margarine oder Butter. Aber hoffentlich nimmt sie das Zeug nicht zum Braten.

Was würde ich denn einkaufen, wenn ich alles Geld der Welt hätte, so zu einem normalen Wocheneinkauf?
Kommt drauf an, von welchem meiner Leben ich gerade träume. Von dem, in dem ich endlich alleine oder in ner WG wohne und endlich abnehmen kann wie ich will, oder von dem, in dem ich auch alleine wohne, aber mein Traumgewicht schon habe und nun essen kann was ich will?
Leben A

fettarme Milch, extra starken Kaffee, schwarzen Tee, Süßstoff flüssig und in Tablettenform. Früchtetee, mindestens 4 Sorten.
Badezusatz zum Entspannen, ein gutes Buch auf Englisch.
Kiwi, Orangen, Grapefruit, Zitronen, Äpfel, Salatgurke, Tomaten, Lightkäse, fettarmer Frischkäse.
Naturjoghurt 0,1% Fett, fettarmer Fruchtjoghurt.
Vollkornbrot, Knäckebrot, Zwieback.
Abführmittel, Koffeintabletten, 2 Kisten Cola light.
Ganze Leinsamen, zuckerfreies Kaugummi, 5 Packungen.

Leben B. Nach Möglichkeit in London, Dankeschön.

normalfett Milch, stichfester Joghurt, Ahornsirup, ananas.
Erdbeermarmelade, Weltmeisterbrot, Äpfel, Croissants, Grapefruit.
Orangensaft, Bier, Cola light, Georgia-limonade.
Kaffee, Tee.
Bier, Wodka, Kekse, Chips. Für die imaginäre Party am Wochenende.
ein abgepackter Salat mit Dressing und Plastikgabel für die Mittagspause auf der Arbeit.
Nein, Moment, ich will nirgendswo arbeiten, wo es langweilige Sachen wie eine Mittagspause gibt. Aber darum gehts jetzt ja nicht.

Milchschnitten, Rosinenbrötchen, Nudeln, Tomaten, Zucchini, Mais, mangold, Reis, Eier.
Pflaumenmus. Für die Pfannkuchen, die ich meinem imaginären Freund Sonntag morgen machen werde.
Eine Packung Buntstifte für meine Nichte.
Ein Malbuch und eine Packung Buntstifte. für mich.



Ja, ich weiß Leben B klingt schöner. Aber daüfr muss ich erst Leben A leben.

Sobald ich die Bücher für die Schule und "Die Leben des Billy Milligan" durchhabe, möchte ich The Secret Garden lesen. Es steht schon im Regal, sieht bezaubernd aus und ich freue mich schon darauf.
Sieht so aus, als müsste ich immer was Beschissenes machen bevor der schöne Teil kommt.
Na umso mehr freue ich mich auf die nächste LKklausur morgen und die letzte Dienstag.
Gute Nacht.